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Dein Update von ELW Wiesbaden und dem NABU Hessen zum Thema Klimakrise mit Fokus auf Nachhaltigkeit
Foto: Kaum zu unterscheiden: Plastikmehrweg (links) und Plastikeinweg (rechts), Foto_Katharina Istel
Ob Wasserflasche, Salatplastikbox oder to-go-Becher: Viele Verpackungen sind Einwegverpackungen, deren Herstellung wertvolle Ressourcen verbraucht und Klimagase verursacht. Der Einsatz abfallvermeidender und klimafreundlicher Mehrwegbehälter ist deshalb wichtiger denn je. Die Vermüllung unserer Umwelt, die Klimakrise und die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern und Rohstoffen liefern ausreichend Gründe für die Nutzung von Mehrweg.
Der NABU-Mehrweg-Guide: Fragen und Antworten zu Mehrweg und Einweg beim Getränkekauf
Immer noch herrscht bei vielen Verbraucher*innen Unsicherheit darüber, was eine umweltfreundliche Getränkeverpackung ist und was der Unterschied zwischen Pfand und Mehrweg ist. Der NABU hat daher einen Mehrweg-Guide mit den wichtigsten Fragen und Antworten erstellt.
1. Wie unterscheide ich Mehrweg- und Einwegflaschen?
Unternehmen haben mehrere Möglichkeiten ihre Produkte als Mehweg zu kennzeichnen:
• Oft ist das Wort „Mehrweg“ eingestanzt oder abgedruckt.
• Auch die Pfandhöhe ist ein Hinweis: Für Mehrwegflaschen ist in der Regel das Pfand niedriger als für Einwegflaschen, das heißt acht oder 15 Cent statt 25 Cent.
• Als Orientierung dienen auch die Umweltzeichen „Mehrweg – Für die Umwelt“ und „Der Blaue Engel – Mehrweg“. Nicht alle Mehrwegflaschen sind allerdings mit den Logos gekennzeichnet.
Gut zu wissen:
Das Logo „Einwegpfand“ (siehe rechts) vom DGP-Pfandsystem zeigt an, dass die Getränkeflasche oder Getränkedose nicht mehrfach befüllt wird. Trotz 25 Cent Pfand sind sie nach einmaliger Nutzung Abfall. Als Orientierung für Mehrweg dienen die Umweltzeichen „Mehrweg - Für die Umwelt“ und „Der Blaue Engel - Mehrweg“ (siehe oben).
Seit 2019 muss außerdem der Hinweis „Einweg“ oder „Mehrweg“ in Großbuchstaben und in unmittelbarer Nähe zu den Getränkeverpackungen zu sehen sein.
2. Warum ist Mehrweg umweltfreundlicher?
er große Vorteil an Mehrwegflaschen ist, dass sie sehr oft gereinigt und neu befüllt werden können. Einwegflaschen dagegen werden direkt nach einmaliger Nutzung zu Abfall – auch, wenn man sie am Pfandautomaten zurückgibt. Mehrwegflaschen gibt es aus Glas und Plastik (PET). Beide sind ökologisch besser als Einwegflaschen oder Getränkedosen. Beim direkten Vergleich der Mehrwegflaschen aus PET und Glas schneidet die Mehrwegflasche aus PET ökologisch ein wenig besser ab: Glas ist sehr schwer, deswegen sind zum Beispiel die klimaschädlichen Emissionen höher. Neben dem Gewicht schonen auch kurze Transportwege die Umwelt, daher empfiehlt der NABU regional abgefüllte Getränke.
3. Achtung: Pfand ist nicht immer Mehrweg!
Sehr viele Verbraucher*innen gehen davon aus, dass eine Pfandflasche automatisch auch eine Mehrwegflasche ist: In einer NABU-Umfrage glaubten mehr als 60 Prozent, dass die PET-Flasche mit 25-Cent Pfand eine Mehrwegflasche ist. Das ist so jedoch nicht richtig.
Das Pfand einer Mehrwegflasche liegt in der Regel bei acht oder 15 Cent, das gesetzliche Pflichtpfand in Höhe von 25 Cent ist immer das Zeichen für Einweg. Hier wird die Plastikflasche zwar recycelt, davor aber nur einmal benutzt. Mehrwegflaschen können viele Male wieder befüllt werden, bevor sie recycelt werden.
4. Wie hoch ist die Mehrwegquote in Deutschland?
Die Bundesregierung wollte mit dem 2003 eingeführten „Dosenpfand“ die Einweg-Getränkeverpackungen zurückdrängen und Mehrwegflaschen fördern. Das hohe Pfand von 25 Cent sollte die Verbraucher*innen motivieren, Mehrweg- statt Einwegflaschen zu kaufen. Leider trat genau das Gegenteil ein: Es wurde zwar nicht mehr zur Dose gegriffen, aber dafür umso häufiger zur Einwegplastikflasche. Die Mehrwegquote* bei Mineralwasser sank zwischen 2003 und 2024 von 73 Prozent auf knapp 46 Prozent, die bei Erfrischungsgetränken von 52 Prozent auf 22 Prozent. Über alle Getränke hinweg lag der Mehrweganteil in Deutschland 2024 nur noch bei 34,5 Prozent.
Ab 2030 gibt es in der EU erstmals gesetzliche Mehrwegquoten für Getränkeverpackungen. Der NABU fordert, dass Deutschland diese Quoten verschärft und schlägt zudem eine Getränkeverpackungssteuer vor, um gezielt, Mehrweg-Getränkeverpackungen finanziell zu fördern.
Die Quelle der Zahlen: Umweltbundesamt - Bundesweite Erhebung von Daten zum Verbrauch von Getränken in Mehrweggetränkeverpackungen: www.umweltbundesamt.de/publikationen/bundesweite-erhebung-von-daten-verbrauch-von-4
Weitere Informationen: www.elw.de sowie www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen
News von: Autor: Pressemeldung ELW Wiesbaden sowie NABU e.V., 08.09.2026
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