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NEWS - Regional

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14. Sommerfestspiele auf Burg Sonnenberg trotzen der tropischen Hitze

Foto: Peter Krausgrill

Tropische Temperaturen, wieder mehr als 3.500 Besucherinnen und Besucher und ein „Momo“, das zum großen Publikumserfolg wurde: Das kuenstlerhaus43 zieht eine positive Bilanz der 14. Sommerfestspiele auf Burg Sonnenberg. Trotz der außergewöhnlichen Hitze konnte der bisherige Besucherrekord aus dem Jahr 2025 mit 3.662 Gästen sogar noch knapp übertroffen werden.

Momo & die Zeitdiebe
Der unangefochtene Publikumsliebling war in diesem Jahr „Momo“. Die Inszenierung von
Wolfgang Vielsack lockte mehr als 2.000 kleine und große Zuschauerinnen und Zuschauer auf
die Burg und machte Michael Endes Geschichte über Zeit, Freundschaft und die grauen Herren
zum erfolgreichsten Stück der diesjährigen Festspiele.
Dass die Geschichte auch heute nichts von ihrer Aktualität verloren hat, zeigen zahlreiche
Zuschauerstimmen. „Die Geschichte von Momo war nie aktueller als heute: ,Ich habe keine
Zeit.‘ Den Satz sagen und hören wir so oft. Wo ist sie hin – inmitten der schnelllebigen
Gesellschaft?“, schrieb eine Besucherin nach der Vorstellung.
Besonders gelobt wurden die kreative Inszenierung, die Musik, die Kostüme und die Verbindung
zur Lebenswirklichkeit. Eine Zuschauerin schrieb: „Am Anfang dachte ich: doch ein Kinderstück.
Aber am Ende stellte sich heraus, dass es ein sehr aktuelles Thema war, das uns Zuschauern
geboten wurde. Gerade für die Kids, die ständig mit dem Handy beschäftigt sind.“
Auch die Verankerung der Geschichte in Wiesbaden kam beim Publikum hervorragend an. „Die
Anspielungen auf die Eisdiele, das Restaurant Gollner und die Papageien haben dem Stück eine
ganz persönliche und warmherzige Note gegeben“, hieß es in einer weiteren Rückmeldung.
Besonders beeindruckt zeigten sich viele Besucherinnen und Besucher von der künstlerischen
Umsetzung. „Da war Humor, gutes Schauspiel, schöne Songs“, lautete ein Fazit. Eine
Grundschullehrerin lobte die „komprimierte, aber dennoch literaturnahe Umsetzung des
Stückes“ und betonte, wie schwierig es sei, einen so dichten Stoff zeitlich und räumlich
stringent auf die Bühne zu bringen.

Spannende Gastspiele aus der ganzen Republik
Auch abseits von „Momo“ zeigte sich die große Bandbreite der Sommerfestspiele. Den Auftakt
bildete ein ganzes Poetry-Slam-Wochenende. Im Halbfinale traten die besten regionalen
Poetinnen und Poeten gegeneinander an, bevor sich beim Grand Slam die erfolgreichsten
Slammerinnen und Slammer aus ganz Deutschland auf der Burg ein Stelldichein gaben. Jonas
Elpelt sicherte sich dabei einen Startplatz für die Hessischen Poetry-Slam-Meisterschaften in
Kassel und wird dort das kuenstlerhaus43 vertreten.
Auch die weiteren Gastspiele sorgten für ein abwechslungsreiches Programm: Gina Colada und
Glinda Glanz begeisterten bei Sambarythmen und reichlich Dekolleté mit einem
stimmungsvollen Abschlussabend. Tiefsinniges Kabarett brachte die Leipziger Pfeffermühle auf
die Bühne, während „Per Anhalter durch die Galaxis“ das Publikum auf eine herrlich verrückte
Reise durch das Universum schickte. Für italienisches Dolce Vita unter freiem Himmel sorgte
Opera et Cetera.


Foto: Susanne Müller

Wermutstropfen und Hoffnungsschimmer
Einziger Wermutstropfen der Festspiele war die Vorstellung „La môme Piaf“, die nach einem
Unfall während der Aufführung abgebrochen werden musste.
Ein besonderes Zeichen der Unterstützung setzte die Wiesbadener Band Straighten-up. Bei
ihrem Benefizkonzert erspielten die Musiker 1.121 Euro zugunsten des Fördervereins des
kuenstlerhaus43. Das Geld soll den anstehenden Umzug des Theaters in eine neue Spielstätte
unterstützen. Aktuell wird hierfür ein Standort in der Moritzstraße geprüft.
Damit enden die 14. Sommerfestspiele nicht nur mit einem neuen Besucherrekord, sondern
auch mit viel Zuspruch und Rückenwind für die Zukunft des kuenstlerhaus43. Oder, wie es ein
begeisterter Besucher nach der Vorstellung von „Momo“ formulierte: „Du hast etwas verpasst,
wenn du nicht dabei warst.“

Nach einem Sommer voller Theater, Musik, Kabarett und außergewöhnlicher Hitze richtet sich
der Blick nun auf die nächste große Aufgabe: dem Theater ein neues Zuhause zu geben.
www.sommerfestspiele-wiesbaden.de
www.kuenstlerhaus43.de  

News von: Autor: Susanne Müller, Mitinhaberin, Theater kuenstlerhaus43 im Palasthotel, Sommerfestspiele Wiesbaden // Karin Arnold, 23.08.2026

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